Produktion zurück nach Europa

  • Post author:
  • Post comments:0 Comments

„Es braucht eine klare Renaissance der Produktion in Europa. Wir müssen Wertschöpfungsketten nach Europa zurückholen und wieder hier stärker produzieren – es geht um Forschung und Entwicklung sowie die moderne digitalisierte Produktion“

Dieses Zitat war Mitte April in Presseaussendungen der derzeitig verantwortlichen Wirtschaftsministerin, Frau Margarete Schramböck zu lesen. Die Aussage ist aus meiner Sicht hocherfreulich und es ist zu hoffen, dass hinter diesem Zitat eine ehrliche Absicht steckt. Es ist auch zu hoffen, dass die Ansicht von vielen geteilt wird. Und es ist vor allem auch zu hoffen, dass die angesprochene Produktion in Europa auch die Textil- und Bekleidungsindustrie betreffen soll, die in den letzten 40 Jahren nahezu komplett aus Europa verschwunden ist.

Was aber müssen wir tun, um in einer Industrie, wie der Bekleidungsindustrie tatsächlich eine „Renaissance“ der Produktion in Europa herbeizuführen?

Vor allem braucht es ein neues Denken, ein neues Mindset. Die Fragestellung muss sein: Was wollen wir erreichen, wenn wir die Produktion wieder in die Nähe der Verbrauchermärkte bringen wollen. Am Ende – und gerade in Krisenzeiten, wie der aktuellen COVID-19 Pandemie – geht es immer um Wohlstand, um Sicherheit und um wirtschaftliche und soziale Stabilität. Schon bei dieser Aufzählung fällt auf, dass es nicht primär darum geht, Produkte so billig wie möglich zu beschaffen.

Produktion in Europa kann auf jeden Fall einen starken Beitrag zur Beschaffungssicherheit leisten. Die aktuelle Beschaffungskrise an Schutzmasken und Schutzbekleidung verdeutlicht auf dramatische Weise, was damit gemeint ist. In Europa stehen nur Fertigungskapazitäten in geringstem Ausmaß zur Verfügung, die Produkte die aus Fern-Ost Ländern kommen werden zwar von Zertifikaten begleitet, die sind aber meistens das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt sind. Warenlieferungen werden auf Flughäfen blockiert oder im schlimmsten Fall sogar in andere Länder umgeleitet.

Es ist also an der Zeit, dass wir unser Mindset verändern, mit alten Glaubenssätzen der Industrie aufräumen und uns vor allem mit den Möglichkeiten moderner Industrieproduktion befassen. Roboter sind längst in den Fertigungsstraßen der meisten Industrien zum Standard geworden. In der Bekleidungsindustrie herrscht immer noch der Glaubenssatz vor: Textilien kann man nicht so einfach mit Roboterarmen greifen. Das mag schon stimmen, nicht so einfach – aber eben um diese Herausforderungen geht es.

Es geht aber auch darum an neue Konzepte wie das der Kreislaufwirtschaft zu denken und diese entlang der gesamten Lieferkette in enger Zusammenarbeit mit allen Partnern umzusetzen.

Wir bei BREDDY’S haben mit diesen Entwicklungen schon begonnen. Die gesamte Lieferkette ist von der Faser bis zum letzten Nadelstich und bis zur Verpackung zu 100% in Europa hergestellt. Und wir treiben als kleines Unternehmen die Entwicklung in eine neue Fertigungsrealität, von der die Wirtschaftsministerin in diesem Tagen spricht. Wir freuen uns auf Partner, auf Ideen und auf Initiativen die uns auf diesem Weg gemeinsam zum Erfolg bringen werden.

Schreibe einen Kommentar